Römerausstellung

Fundmaterial

Bei den Geländearbeiten wurden 1358 fundreiche Gruben sowie die Gräben der Lagerbefestigung – und Strassen aufgedeckt. Die Strukturen überlagern einander nicht, das Areal war in späterer Zeit nicht überbaut, und es fanden dort kaum Umlagerungen statt. Diese außerordentlichen befundgenuinen Merkmale ergänzen eine über die Jahre hinweg gleiche Grabungsmethode mit sorgfältiger Dokumentation der Kontexte und Funde, welche bis hin zu kleinsten Fragmenten geborgen wurden. Vor diesem Hintergrund gelang es Dr. Gerhard Fingerlin, die reichen Grubeninventare bis 1998 in zwei Katalogbänden vollständig vorzulegen. Parallel begannen die ersten systematischen Fundbearbeitungen. 1998 publiziert Jürg Leckebusch die Ergebnisse seiner Untersuchung der Kochtöpfe, 2006 erschien die Synthese aus Katrin Roth-Rubis Beschäftigung mit dem Dang-stettener Tafelgeschirr. Im Jahr 2009 wurde der bisher letzte Katalog mit Thema „Die Amphoren“ von Frau Ulrike Ehmig als Habilitationsschrift eingereicht. (1)

roemermer_legionsmarke_sw

 In einem Truppenlager erwartet man vor allem militärische Funde, Waffen und Ausrüstungsteile, doch überwiegt in Dangstetten das nichtmilitärische: Keramik, Gebrauchsgegenstände, Handwerkszeug und viele Tierknochen, die mit anderen Speiseabfällen weggeworfen wurden. Unter den Waffen finden sich Teile von Schwertern und Dolchen, Pilumspitzen, Bruchstücke von Helmen, Ketten- und Plattenpanzern. Die Reiter sind bezeugt durch Trensen und eiserne Hufschuhe, Ketten, Reste vom Zaumzeug und verschiedenen Anhänger vom Pferdegeschirr.

Zur Tracht des römischen Legionärs gehört eine Fibel (Gewandschließe), mit der ein Umhang an der Schulter geschlossen wird. Solche Fibeln sind in vielen Formen vertreten. Sie weisen teilweise auf gallische teilweise italische Herkunft ihrer Träger.

Aufschlüsse über die Nachschubwege der Truppe erhalten wir dagegen aus der Keramik, vor allem der sogenannten Terra Sigillata, dem rot glänzenden Tafelgeschirr, dann auch aus feinen Bechern und Lampen. Ein großer Teil der Funde weist auf Südgallien (Lyon) als Herkunftsort, wodurch der Weg über Rhòne und Rheintal als wichtige Verbindungslinie des römerischen Heeres erkennbar wird. Die kostbaren Gläser, die vor allem im Bereich der Stabsgebäude zum Vorschein kamen, bezog man dagegen ausnahmslos aus Italien. Amphoren mit Wein und Öl kamen überwiegend aus Italien, Südfrankreich und Spanien.

Zahlreiche Schreibgriffel und Siegelkapseln für die auf Wachstäfelchen geschriebenen Briefe zeigen uns, dass sehr wahrscheinlich auch ein großer Teil der Mannschaft lesen und schreiben konnte. Spielsteine und Reste von Spielfeldern, auf Keramikplatten eingeritzt, weisen auf die Freizeitbeschäftigung außerhalb des langen und harten Dienstes hin. (2)

Quellen:
(1) U. Ehmig, Dangstetten IV

(2) W.Papst